Emanuel Saß - PV-Sachverständiger (gem. DIN 17024 und VdS) und Gutachter für Photovoltaik (TÜV)
Emanuel Saß - PV-Sachverständiger (gem. DIN 17024 und VdS) und Gutachter für Photovoltaik (TÜV)
Emanuel Saß PV-Sachverständiger und Gutachter
Emanuel SaßPV-Sachverständiger und Gutachter 

Leseprobe aus Fragen und Antworten Band 1:

 


Frage 1: Wie hoch ist das Gewicht von Ziegeln?
Indach- oder Aufdachanlagen mit Formziegeln aus Metall errichtet bieten den nicht zu verachtenden Vorteil, dass das Dach durch entfallende schwere Ziegel statisch stabiler wird. Man bedenke, dass die klassische Bedachung pro Stück mehr als dreieinhalb Kilo wiegt (z.B. Ergoldsbacher Falzziegel), ein Formziegel mit aufgeschweißtem Haken (Abb. 20.20) aber nur ein Drittel davon auf die Küchenwaage bringt. Und das in dieser PV-notwendigen Masse auf die Dächer gebracht, kann beachtliches Gewicht von den Gebäuden nehmen.

Frage 2: Was hat es mit den Normen auf sich?
Normen als recht allgemeiner Begriff in diesem Zusammenhang sollen helfen, einen Standard z.B. in der Solarmontage oder bei der Herstellung von Modulen zu gewährleisten. Es geht um Schutz von Sachwerten, aber vor allem um Schutz der Gesundheit.


Wir unterscheiden verschiedene Stufen und Auswirkungen bei der Entstehung von technischen Vorschriften:
a) "Regeln der Technik" sind z.B. Herstellerangaben von Modullieferanten und generell Bedienungsanleitungen. Sie zu beachten hilft, später Garantieansprüche geltend machen zu können, wenn Herstellerfehler zu Tage treten. Es gilt aber auch das Gegenteil: Bei unsachgemäßem Umgang mit der Sache entgegen den Herstellerangaben können Garantieansprüche erlöschen (z.B. nicht genau montierte Modultrageschienen).
b) "Regeln der Technik" werden zu "anerkannten Regeln der Technik", wenn sich der Umgang mit Materialien und Verfahren bei vielen Anwendern bewährt hat und man von einer Allgemeingültigkeit ausgehen kann. Diese sind rechtlich zwar immer noch nicht bindend, geben aber bereits eine Richtung vor: Sie zu ignorieren schafft im Schadensfall Klärungsbedarf und Beweispflicht.
c) Von "anerkannten Regeln der Technik" leiten sich dann im nächsten Schritt Normen her. Hierfür gibt es in Deutschland ein eigenes Institut und im Elektrobereich sind es die Vorschriften der VDE, die zu beachten sind. Diese haben aber auch in dieser Gestalt noch keinen Gesetzescharakter, sie bekommen aber vor Gericht eine starke Gewichtung.

Dieser Prozess von "Regeln der Technik" bis zu "Normen" ist kein schneller. Darüber hinaus wollen sie europäisch harmonisiert werden, was man an Abkürzungen wie "EN VDE" erkennt. Auch dieser Prozess dauert Jahre, er soll aber sicherstellen, dass in Europa die gleichen Standards herrschen.
Mit zunehmender Technisierung werden auch weiterhin neue Anwendungen diesen ganzen Weg durchlaufen und wir werden neue Methoden erleben, die bisher vielleicht den allgemein anerkannten Regeln der Technik nicht mehr gerecht werden.

Ab wann nun z.B. eine Montage normgerecht ausgeführt ist (gemäß den allgemein gültigen Regeln der Technik), lässt sich oft recht rasch beantworten - aber nicht immer. Wenn nämlich neue Verfahren zur Anwendung kommen, die den alten Regeln scheinbar widersprechen und trotzdem funktionieren. Dies ist vor allem im Solarbereich der Fall, da sich hier Innovationen ergeben, die aus den Praxiserfahrungen resultieren. Manchmal treffen dann alte und neue Meinung sehr hart aufeinander. Auch Gutachter können hier nicht immer klare Antworten geben.

Emanuel Saß

Photovoltaik-Sachverständiger und Gutachter für Photovoltaik

  • ​gem. DIN EN ISO/IEC 17024
  • VdS
  • TÜV
  • Diplom Europ. Institut FIB
  • BDSF

Technischer Betriebswirt (IHK)

Elektromeister (IHK)

Fachkraft Energiespeicher (DGS/VDE) Solarfachberater (DGS)

Buchautor "Ratgeber Photovoltaik"

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© Emanuel Saß